Dreilinden Gymnasium

Projekt Nikolassee

Projekt: Bestimmung der Gewässergüteklassen des Nikolassees

Der Nikolassee, das südlichste Mitglied der sogenannten „Grunewaldseenkette“, befindet sich nur einige hundert Meter vom Wannsee entfernt.
Diese Seenkette, der Überrest eines urzeitlichen Flusses, führt dann über die ehemalige Sumpfsenke Rehwiese zu den Seen: Schlachtensee – Krumme Lanke – Riemeisterfenn – Langes Luch – Grunewaldsee – Hundekehlefenn – Hundekehlesee – Dianasee – Koenigssee – Halensee bis zum Lietzensee, wo er in die Spree floss. Aufgrund von Grundwasserbeschaffungsanlagen im Gebiet des 5,6 ha großen Sees, wird er seit 1913, nachdem er trockengefallen war, wieder künstlich, unter Nutzung einer Pumpanlage auf einen Wasserspiegel von 31,6 m über N.N. gehalten.

Selfmade
Selfmade
(Quelle: Selfmade)

Zur Bestimmung der Gewässergüteklassen nahmen wir Proben und Messwerte am Nikolassee, analysierten diese und bestimmten anhand der Ergebnisse die Gewässergüteklassen.
Die Gewässergüteklassen lassen sich wie folgt aufteilen:

Gewässergüteklasse I:

• Unbelastet bis sehr gering belastet
• Sauerstoffgesättigt
• Nährstoffarm
• Geringer Bakteriengehalt
• Meist bei Quellbächen vorzufinden

Gewässergüteklasse II:

• Mäßig belastet
• Große Artenvielfalt
• Gute Sauerstoffversorgung
• Häufig in Unterläufen von Flüssen vorzufinden

Gewässergüteklasse III:

• Stark verschmutzt
• Niedriger Sauerstoffgehalt
• Vorkommen von gegen Sauerstoffmangel unempfindliche Organismen
• Periodisches Fischsterben

Gewässergüteklassen VI:

• Sehr stark verschmutzt
• Fäulnisprozesse
• Sehr niedriger Sauerstoffgehalt
• Hauptsächlich Vorkommen von Bakterien
• Fehlen von Fischen
• Meist in Gräben und Bächen mit Abwassereinleitungen vorzufinden
• Geruchsbelastung

(Quelle: Gewässergüteklassen )

Durchführung

Die Probennahme erfolgte zweimal innerhalb von zwei Wochen. Wir waren dazu am Uferbereich des Sees und haben diese mit Keschern, Planktonnetzen und Glasbehältern genommen, um sie später auszuwerten.
Biotische und abiotische Faktoren , die wir dabei untersucht haben:
Sauerstoffgehalt und Temperatur des Sees wurden vor Ort gemessen, alle weiteren chemischen Parameter (pH Werte, Nitrit, Ammonium) und das „Artenspektrum“ im „Labor“.

Material:

Für den gesamten Test wurde das Test-Kitt AQUANAL- Ökotest Wasserlabor der Firma Riedel- de Haen. Für die Messung der Temperatur und des Sauerstoffgehaltstest nutzen wir das Sauerstoffmessgerät OXI-92 verwendet. Unter anderem wurden zur Untersuchung der Flora und Fauna Binokular und Mikroskope benutzt.

Selfmade
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Selfmade
(Quelle: Selfmade)

Beobachtungen

Mit unserem Biologie-LK haben wir folgende Werte am/im Nikolassee festgestellt:

Abiotische Faktoren

Parameter

Werte

Phosphat 0,5 mg/l
Nitrat 0 – 10 mg/l
Nitrit <0,02 mg/l
Ammonium 0,05 – 0,2 mg/l
PH – Wert 8,5 – 9

Wir haben bei den folgenden Werten jeweils zwei Durchführungen und jeweils zwei Tests gemacht.

1. Durchführung (17.06.2016)

2. Durchführung (01.07.2016)

Temperatur 22,5°C/23°C 22,2°C/22,3°C
Sauerstoffsättigung 80%/82% 88%/87%
mg/l 6,8/7,3 7,5

Biotische Faktoren

Gattungsspektrum

Sehr Häufig

Häufig

Vereinzelt

Daphnia Cucullata
X
ZwergrückenSchwimmer/
Plea Leachi
X
Wassermilbe
X
Pantoffeltierchen
X
Hydrodroma
X
Zuckmückenlarven/
Tanypus
X
Rädertierchen
X

Auswertung

Parameter

Güteklasse I
(unbelastet - gering belastet)

Güteklasse II
(mäßig belastet)

Güteklasse III
(krittisch belastet)

Güteklasse IV
(stark belastet)

Ammonium-Ionen
(mg NH4 +/L)
0,13 0,2 0,6 2,8
Nitrit-Ionen
(mg NO2 -/L)
0,02 0,1 0,2 0,5
Nitrat-Ionen
(mg NO3 -/L)
<1 1 - 5 >5 >5
Phosphat-Ionen
(mg PO4 3-/L)
0,18 0,6 0,9 2,4
Sauerstoffminimum
(mg O2/L)
>8 6 - 8 2 - 4 <2
Sauerstoffsättigungsindex
(in % vom O2-Gehalt)
45 - 105 70 - 85 25 - 50 <20
PH - Wert 7 - 7,5 8 - 8,5 9 - 9,5 ~10

Zusammengestellt nach: Klee (1985), Barndt-Bohn (1986), Link-Jahn-Ostrower-Reunecker (1989), Umweltkatalog (1988/89). Verändert durch Schröer, Kranz und Kirchmeier (2016)

Die gelb markierten Werte kennzeichnen die ermittelten Werte. Trotz eines geringen Nitrit-Wertes, kann der Nikolassee der Güteklasse II (mit Tendenz zu III) zugeordnet werden.